Bericht Alpen Tour Trophy

13 Jun

Eines Vorweg…… Ich bin in meiner zwar noch kurzen „Radkarriere“ noch nie so ein hartes Rennen gefahren. Aber zu den Details!!

Am Donnerstag 9. Juni bin ich zeitig in Schladming angereist, da ich meine Startunterlagen noch holen musste (lt. UCI nicht ganz erlaubt, hatte aber telefonischen Kontakt). Na und was soll ich sagen, es regente wie es Vorhergesagt war in Strömen. Doch es ist ja für alle gleich, obwohl ich der Hitzespirtler bin…..aber da muss ich durch.

Ich kannte ja im Vorhinein die Starterliste, und ich hatte riesen Respekt vor diesem Rennen, da International egal ob im Amateur Bereich, wo auch ich an den Start ging, als auch im Elite Bereich die Besten Biker der Welt am Start standen. Zur Übersicht…..von 539 Startern waren 85 Elite Fahrer, 40 Elite Masters Fahrer und 15 Elite Women Fahrerinnen am Start. Der Rest Amateur Fahrer aus ebenso 20 Nationen. Die am weitesten entfernten waren aus Chile, Brasilien und Australien,…..und darunter der kleine Herbert aus Österreich ;).

Zu bewältigen waren in den 4 Tagen (es ist das härteste Etappenrennen Europas) 204 km, und 8800 HM. Und ihr könnt es mir glauben…..die Region Schladming hat in seinen Gebirgszügen alles zu bieten was sich ein Biker nicht wünscht.

Also gings zur 1. Etappe mit 54 km und 2300 HM. Bei strömenden Regen gings voll zur Sache, für mich sehr schwierig, da immer wieder kleinere Bergal zu überwinden waren, und ich als Ausdauersportler nicht die Geschwindigkeit durchdrücken kann. Am nächsten längeren Berg konnte ich viele meiner Konkurrenten zurück überholen….kam aber auch schwer in den Rythmus……einfach zu kalt  Auf der Krumholzhütte auf 1840 Meter hatte es gerade mal 3 Grad…..für mich zermürbend. Doch ich kam  mit einer Zeit von 3:21 h ins Ziel, und fuhr den 32. Platz ein von 96 gestarteten in meiner Alterklasse. War schon Happy, weil ich dort schon wusste ich bin ein Etappensportler, und ich kann mich jeden Tag steigern.

2. Etappe, Giglachseereunde, 59 km, 2900 HM. Meine Freunde vom MTB St. Agatha sind die verkleinerte Runde schon gefahren, doch was da einen erwartet übertrifft einiges. Los gings gleich mal vom Start von 700 auf 1900 HM, und hier konnte ich gleich mal meine Stärke ausspielen, da ich auf langen Bergen ewig meinen Rytmus halten kann, im Gegenteil, im Wiegeschritt (ca. Alle 5 min.) kann ich Zeit um Zeit gut machen. Oben angekommen gings ein paar Hundert Meter runter, und dann rauf zu den den GIGLACHSEEN. 1000 HM liegen vor uns….. und es wird immer steiler und steiler. Einfach Unglaublich, extreme Steigungen die nicht mehr aufhörten, auch schon Tragepassagen dabei, jetzt gehen auch noch die Schneefelder los, und so viel Wasser durch die Schneeschmelze. Aber auch hier ist man irgeneinmal oben……das musst du dir im Kopf fest verankern, dann kannst du es auch genießen…….wie heisst es so schön „der Schmerz vergeht, der Stolz bleibt“. doch was danach kam war nicht besser……ich wünschte mir es geht weiter Bergauf. Zurück zur Hütte (ca. 5 km) kam man kaum zum fahren, Schroffes Gestein, Knietief im Wasser und nur Unwegsames Gelände war zu Überwinden. Doch auch dies lag plötzlich hinter mir, und ich hatte noch immer ein lächeln im Gesicht. Und dann kam auch schon  wieder das Etappenziel näher. Ich freute mich wieder riesig auf die Downhillpassage die wir die ersten 3 Etappen fahren durften……einfach nur Geil mit den Steilwandkurfen, und den ettlichen Sprüngen, wo du das Hinterrad nicht mehr gespürt hast, ein Genuss für jeden Biker.

Etappe 3 Dachstein Ramsau Runde mit 69 km und 3100 HM. Mit etwas schereren Beinen ging ich mit ganz schlechtem Schlaf an den Start. 3 lange Anstiege und technisch schwere Passagen sollten uns heute „wieder“ erwarten. Doch für alle gleich. Ich fuhr mein Tempo los, kam aber schwer in den Rythmus…… mir viel auf ich schwitze heute besonders stark…obwohl es regnet. Scheiss drauf, so schlecht gehts nicht, ich kenne mich….ich muss nichts tun dazu, und plötzlich bin ich in einem FLOW, den ich ewig halten kann. und so kam es auch. Nach km ca. 30 km lief ich auf den Italiener auf, der mich am Vorabend noch angesprochen hat, und 1:30 min vor mir lag in der Gesamtwerung. Dies war für mich ein zusätzlicher Ansporn das ich jetzt alles auf eine Karte setzten musste (ich konnte dem Italiener 16 min. auf dieser Etappe abnehmen), und es ging echt auf. Ich war nicht mehr zu bremsen….aus meiner Sicht, und hatte Beine die funktionierten wie ein Uhrwerk. Man vergesse nicht, ich fahre hier bei einem Rennen mit, wo auch in der Amateur Klasse nur die besten Fahrer Europas und die Grenzen hinaus am Start sind. Und dieses Unternehmen startete ich, obwohl ich erst seit November 2015 geziehlt am Rad trainiere. Davor war Laufen mein Hauptaugenmerk. Ich kam mit einer Zeit von 4:48 h ins Ziel…..das bedeutet Rang 29 in der Tageswertung, und Rang 26 in der Gesamtwertung. Also haben sich für mich persönlich die Strapazen jetzt schon gelohnt, und ich bin voll Happy. Anstrengendst bei diesem Rennen sind ja nicht nur die ewig steilen Anstiege, sondern auch die brutalen Downnhills, die du bei jeder Etappe öfters zu bewältigen hast. Und hier spricht man nicht von steilen Abfahrten….sondern von mörderischen Gefälle mit Steinen, Wurzeln….und was dir sonst im Hochgebirge alles unterkommen kann. Wenn ich das runter gehen müsste….. ehrlich gesagt…ich hätte Angst davor. Und mit dem Bike, wenn du im Rennmodus bist, muss dir das egal sein……du darfst nicht an einem Sturz, oder an eine Verletzung denken….dann gehts auch gut.

Etappe 4 stand am Programm mit dem Bergeinzellzeitfahren….14 km, 1100 HM. Zwischen Platz 26 und 35 lagen wir zeitlich ganz knapp zusammen, also musste ich noch mal puschen, um meine Platzireung zu halten. Jeder der ein Zeitfahren kennt…….der weiss hier kann man richtig Stoff geben, aber Nein, das ist die Alpen Tour Trophy……. das es stetig steil Bergauf geht war mir klar…..doch das wir auch 3 Tragepassagen dabei haben, war mir nicht klar und erschien mir auch noch unlogisch. Doch wieder für alle gleich. Probleme sollten diese Etappe für mich prägen. Hatte einerseits nicht den leichten Tritt wie in den vergangenen Tagen (leider zu kurz für mich),….. und anderseits hatte ich Probleme mit dem Rad, da ich ab km 8 den letzten Gang nicht mehr zur Verfügung hatte. Dies …. bin ich mir sicher, hat mir den einen Platz in der Gesamtwertung gekosten, da ich nur 30 sek. verlornen hab.

Abgesehen von allem, ist es eine gelungene Generalprobe für die Crokodile Trophy im Oktober. Ich freu mich schon Irrsinnig, und ich weiß, ich bin auf dem richtigen Weg.

Heute gehts schon wierder weiter mit dem Training…..Freitag fahr ich mit dem Rennrad nach Mank zu einem 1 h Nachtlauf, wo ich dann auch mitlaufe.

Im Juni dann noch der Mondsee Radmarathon, und Anfang Juli die Salzkammerguttrophy Strecke A, 211 km 7049 HM……. Mahlzeit Herbert!!

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und wenns noch so Anstrendend ist…. ein lächeln hab ich immer parrat 😉

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