Wieder aus China zurück / Bericht!!

7 Jun

Mit 2 weinenden Augen aus China zurück gekehrt.

Erstmals danke an Kaltseis Thomas, der wärend ich das Rennen lief meine Home Page wieder betreut hat, und euch mit den neuesten Informationen auf dem laufenden hielt, und anderseits danke an euch, die mir wieder mal die Daumen gedrückt habt. Wie ihr schon alle wisst hab ich das Rennen leider nicht Finishen können, da ich mich verletzt habe. Aber hier zu meinen  Bericht:

Anreise:

Mitwoch 27.5. gings also los, und ich fuhr mit dem eigenen Auto zum Flughafen München, wo pünktlich das Flugzeug um 22:15 Uhr nach Shanghai abhob. Der Flug dauerte exakt 12,15 Stunden, und war sehr angenahm. Auf Koffer warten, und schon wieder weiter zu Terminal 2, wo mein Anschlussflug nach Urumqi in 3 Stunden ging. Ein sehr Interessanter Flughafen in Shanghai, der der 4. größter der Welt ist, ich glaube da standen mehr Flugzeuge als in Grieskirchen Autos…… .Der Flug nach Urumqi dauerte wieder 6 Stunden. Dort angekommen musste ich meir ein Hotel suchen um zu Übernachten, da mein weiterer 9 Stündiger Bustransfer erst nächsten Tag um 14:00 Uhr weitergehen soll. Mit einem Taxi gings auch in die Innenstadt, und es war schon Hammer diese erste Taxifahrt…..um 22:00 Uhr noch extrem viel Verkehr, und Strassenverkehrsordnung ist hier ein Fremdwort, hier wird das Polizeiauto genauso angehupt wie der Fussgänger oder Radfahrer…..es herscht hier Ellbogentechnik, der stärkere gewinnt, doch es gibt auch keine Unfälle, oder wird niemand zusammengefahren, irgendwie wurschteln sich alle durch. Nach einer Erholsamen Nacht, und einem gemütlichen Vormittag gings wieder zurück zum Flughafen, wo der Bus wartet, und noch so 15 Läufer nach Hami fuhr. Die Fahrt war echt ewig, aber um 23:00 Uhr waren auch wir, die letzten Teilnehmer im Hotel Hami angekommen….jetzt nur mehr Bett.

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Erste Eindrücke der Wüste auf dem Weg nach Hami

Briefing:

Am Samstag Morgen nach dem Frühstück war sogleich um 9:00 Uhr das Briefing angesagt, und man lernte sich schon ein wenig kennen, traf auch wieder den anderen oder die andere Läuferin, die ich schon im vergangenen Jahr in Chile kennen lernen durfte, wie Felix Ellen, der zum Favoritenkreis gehörte, oder Marissa aus Italien. Nach dem Briefing war die Kontrolle der Ausrüstung an der Reihe. Und natürlich sollte wieder nicht alles Reibungslos verlaufen, der Herr der meine Sachen überprüfte, bestand auf eine 3. Jacke, die ich ihm dann Gott sei dank ausreden konnte, da lt. Reglement eine Kombijacke ausreicht, und fehlenden Socken (2. Paar) die ich aber noch aus dem Hotelzimmer holen konnte. Sonst lief alles halbwegs super, nur das ich vor dem Schlusstempel noch mal alles auspacken musste , da der eine Herr den Stempel für  die Nahrung vergaß, und sie meine 14000 Kalorien noch mals überprüften……hier waren sie heuer sehr genau, und waren auch sehr bedacht, da ich eben nur 14100 Kalorien dabei hatte. Aber dann war auch das erledigt. Nach einem noch sehr guten Mittagessen gings um 15:00 Uhr Nachmittags in einer 3 Stündigen Busfahrt hinaus in die Wüste. Dort angekommen empfangen uns ca 200 Einheimische Chinesen/inen mit Musik …..das war eine echt gelungene Ankunft, und man fühlte sich bereit fürs Rennen……das einzige…..es war so extrem kalt, und der Schnee schaute schon ziemlich weit von den Bergen herunter.

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DCIM100GOPRO Musik und Tanz der Bevölkerung, letztes Foto mit meiner GOPRO (Strom zu Ende, hat sich im Rucksack leider eingeschaltet)

Stage 1:

Nach einer wirklich eisigen Nacht, keiner hat so richtig geschlafen im Zelt 18, unserem Zelt, trauten wir unseren Augen kaum, der Schnee reichte heute fast zurm Camp herunter, dazu noch eisiger Wind. Doch Suppe essen und Vorbereiten fürs Rennen. Ich Entschied mich kurz zu laufen, was ich noch bitter bereuen sollte. Pünktlich 8:00 Uhr viel der Startschuss zu den ersten 36 km die auf dem Programm standen, und es ging gleich mal richtig los mit sehr steinigen Terran, aber das liegt mir. Ich mit einer Gruppe von so 5 Leuten konnten sich gleich mal absetzten, darunter  die 3 Amerikaner, Andrea Giradi aus Italien und ein Japaner, doch Ellen Felix war nicht dabei, den ich groß auf der Rechnung hatte. Nach ca. 10 km noch immer das gleiche Bild, bis auf das sich die Amerikaner absetzen konnten. Doch was jetzt langsam begann ist Menschenunwürdig. Es begann ein richtiger Sturm , und es fing an zu Regnen……aber nicht sehr lange, dann ging der Regen in Schnee über, ich frohr wahnsinnig, und es wurde immer ärger mit dem Schneefall. Jetzt schloss Ellen Felix zu mir auf, und wir liefen ein Stück gemeinsam,  dann musste ich Ihn ziehen lassen, hatte schon Schüttelfrost und halb gefrore Daumen. Nach CP 2 wartete eine Dünenüberquerung auf uns, die es in sich haben sollte. Ich bin noch nie über so eine Riesen Düne gelaufen, ich kämpfte über eine halbe Stunde, mich da drüber zu quälen, und das bei einem immer ärger werdenden Schneesturm (in der Wüste), man hat die Fotos gesehen. Hier war es so steil, das man nicht selber immer wieder zurück rutschte, nein es rutschte ein ganzer Sandscherben von sicher 4 bis 5 Quatratmeter mit, aber auch dies ging vorbei, und man durfte auf der anderen Seite runter laufen…….und hier machte sich das erste mal mein Knie bemerkbar, und begann zu schmerzen. Einfach wegschalten dachte ich mir, wir haben mit ganz anderen Verhältnissen zu kämpfen, jetzt ist ja der Schnee auch schon liegen geblieben, und dies sollte sich auch nicht mehr ändern bis zur Ziellinie. Und die Schmerzen im Knie waren zwar auszuhalten, wurden aber immer ärger, und Konkurent um Konkurent überholte mich, musste teilwiese viel gehen, da ich leer war, und die Gedanken an den nächsten Tag zermürbend waren…..wie soll das mit meinem Knie weiter gehen. Doch ich sah auch die Ziellinie der ersten Etappe, die ich dann leider nur auf Platz 14 beenden konnte. Wir bezogen Zelte die beheizt waren, und man sich gut erholen konnte. Es werden sich jetzt einige Fragen, warum ich nichts warmes angezogen hatte……ganz einfach, die Kleidung wäre auch Nass, und ich hätte im Camp keine warmen Sachen mehr um mich aufzuwäremen.

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DCIM100GOPRO

Stage 2:

Nach einer wirklich sehr gut erholten Nacht, schien um 6:00 Uhr morgens die Sonne, und es war auch nicht so kalt wie erwartet. Es waren halt wirkliche Wetterkapriolen, mit denen die Veranstalter auch nicht gerechnet hatten. Und mein Knie fühlte sich auch ganz okay an, Erstaunlicherweise. Um 7:30 Uhr war wieder Briefing für diesen Tag, und es begann auch pünktlich zu schneien, was uns alle das Gesicht einschlafen lies, hofften auch um eine Starversetzung nach hinten, da wir gleich über einen Pass mussten, doch nein…..um 8:00 Uhr gings los, und ab den ersten Meter laufen  gings nur bergauf. Die 3 Amis machten gleich mal halbwegs Tempo, und ein Schwede ging mit, dann kam schon ich Andrea und Felix. Und jetzt kam für mich was unerwartetes, ich konnte mich von den beiden absetzten, da es immer steiler wurde, und das meine Verhältnisse sind auf die ich mich eigentlich schon gefreut hatte, genau so, wenn es immer steiniger und unrunder zu laufen war kann ich meine Stärke ausspielen. Doch jetzt gings ertmal hoch auf 2800 Meter Seehöhe. Und Nein es geht nicht in Serbentinen hoch wie bei uns zum Beispiel auf einer Forststrasse, wir mussten eine Exakt gerade Linie hinauf, die Strasse querten wir immer wieder, und es wurde immer steiler, und der Schnee wurde immer mehr. Oben hatten wir 15 bis 20 cm Neuschnee. Und jetzt durften wir lange nach unten laufen, und ich kam den Schweden immer näher. Doch plötzlich war er verschwunden, was war los, ich wusste nicht mehr wo ich war….sah auch keine Fähnchen mehr, sah mich um, und auf einmal so 300 Meter rechtsseitig sah ich wieder den Schweden, jetzt muss ich aber leider über Schneewächte und durch eine Mulde laufen um wieder auf Kurs zu kommen…..geschafft. Fähnchen für Fähnchen klapperte ich wieder ab. Bei CP 2 konnte ich den Schweden Schlussendlich Ein und Überholen. Von Andrea und Felix keine Spur. Jetzt wusste ich das ist heute mein Tag wenn mir das Knie keinen Strich durch die Rechnung macht, und es wurde auch immer wärmer, was mir auch zugute kam, da ich die Wärme (Hitze) liebe. Unten im „Tal“ angekommen ging es jetzt in ein ausgetrocknetes Flussbeet mit sehr steinigen Untergrund, und auch hier war ich nicht mehr einzuholen, hatte sogar das Gefühl, auf die 3 führenden Amerikaner aufzuholen, was mir dann auch im Ziel bestätigt wurde. Danach gings bis ins Ziel recht wellig dahin. Platz 4 auf dieser Etappe, und eigentlich nicht viel auf die Spitze verloren. Gesamt hatte ich mich schon auf Platz 7 vorgearbeitet. Ich war eigentlich sehr Happy…….wenn nicht das Knie ein wenig zu toben angefangen hätte am Nachmittag.

Bildschirmfoto 2015-06-01 um 19.38.17
Mein angeschlagenes Knie, ohne Tepverband wäre es nicht gegangen !!

 

Stage 3:

Diesmal durften wir in einem Dorf Übernachten, wo wir in den Häusern von den Bewohnern schliefen, die uns Teppiche auslagen. Das Wetter war ganz angenehm am Morgen, doch lt. Organisation war Regen angesagt, was nichts gutes heißen sollte. Doch egal, ich fühlte mich halbwegs gut, mein Rechter Fuss war zwar leicht verspannt, da ich automatisch den rechte Fuss mehr in Einsatz nahm, um das Knie im linken ein wenig zu entlasten. Pünktlich um 8:00 Uhr wie jeden Tag war Start, und das gleiche Bild 3 mal Amerika und dann ich, wurde auch am Vortag noch sehr gelobt als bester Europäer, was mich sehr gefreut hat. Heute lief ein anderer mit mir mit auf den ersten km, ich weiß gar nicht mehr wer das war, aber auch er fiel zurück, mussten gleich wieder 400 HM bezwingen, und es lief ganz gut, hatte aber Andrea und den Schweden im Nacken, und als ich mich wieder mal verlif (was eigentlich ganz normal ist, und jeden einige male passiert) waren wir drei zusammen, und das sollte auch länger so bleiben. Wir kamen jetzt zu einem sehr steinigen Untergrund, wo ich mich eigentlich absetzten wollte von den beiden, doch mein Knie spielte nicht mit, lies immer wieder leicht aus, was mir Kopfzerbrechen machte. Der Schwede und ich waren zusammen, Andrea viel leicht zurück. Dann gings mal auf eine Strasse, wo ich dann den Schweden ein schönes Stück hinter mir lassen konnte, und dieser Abstand dann auch gleich blieb, wie es wieder ins Gekände ging. Doch mein Knie sollte nicht besser werden, im Gegenteil, es lies immer wieder mal aus, und ich hatte nur mehr zu tun an meine Fuss zu denken, um nicht zu Knicken, die Arbeit musste mein rechtes Bein übernehmen. Bei km 29 und auf Platz 4 liegend war dann das Unheil nicht mehr Aufzuhalten,  mit einem Schritt knickte mir der Fuss weg, und ich überschlug mich über eine kleine Böschung, wo ich mir auch noch die Rippen Prellte, abgesehen von meinen leichten Schnittwunden überall. Leider wusste ich jetzt das das Rennen für mich zu Enden ist. Ich konnte den Fuss nicht mehr aufsetzen, musste aber irgendwie weiter kommen da man Mutterseelen alleine ist auf der Strecke. Hab für 6 km bis ein Fahrzeug der Organisation kam 1:20 Minuten gebraucht, es war jeder Schritt Horror für mein Knie. Und ich hatte schon so viel Vorprung, das mich nur 5 Leute überholt haben….also ich war bis zu diesem Zeitpunkt Perfekt im Rennen. Erschwerend kam dazu, das es schon wieder längere Zeit in Strömen geregnet und Geschneit hat, ich war Durchgefroren, und hatte Angst es nicht zu Überleben, so extrem Kalt war mir. Im Camp war das erste das ich mich ins Medical Tent bringen lies, um mich anzusehen lassen und  mich aufzuwäremen. Das Rennen war vorbei. Mein Körper und meine Seele waren zerbrochen, weil ich wusste es wäre noch mein Rennen geworden. Wie sagte Anke Molketin aus Deutschland mal vor den MDS geh an so ein Rennen nur dann, wenn du 100 % Verletzungsfrei bist. Recht hatte sie. Doch ist nicht so leicht, da man sich ewig Vorbereitet, und auch schon lange vorher die Anmeldefrist eingehalten werden muss.

Heimreise:

Am gleichen Abend wurde ich nach Hami gefahren, wo ich mich am nächste Tag auf die sehr Umständliche Heimreise begann. Ich musste meine Flüge umbuchen, was auf der Langstrecke auch nicht ging (einen neuen Flug buchen), musste mit der Schnellbahn nach Urumqi fahren, die haben ärgere Kontrollen wie am Flughafen. In Urumqi am Flughafen hatte ich dann eine Wartezeit von 20 Stunden, die ich am Flughafen verbrachte. Danach gings schneller, und ich war am Freitag dieser Woche um 10:00 Uhr zu Hause. Das erste was ich machte…machen musste, ich fuhr is Krankenhaus, um mich ansehen zu lassen. Diagnose ist sehr zerschmetternd.

  • Knorpelschaden im linken Knie
  • Schwere Prellungen im Brustbereich
  • Leichte Erfrierungen an beiden Daumen und Unterarmen

Jetzt muss ich alles mal Verdauen und mich neu sortieren. Ich weiß jetzt noch nicht wie es mit meiner Laufkariere weiter geht, da ich mir auch noch eine 2. Meinung einholen werde, und dann immer noch entscheiden kann. Auf jeden Fall kürzere Wettkämpfe im Bereich laufen werden immer möglich sein, und diese werde ich auch weiter betreiben, da ich mich auch in meinem Laufverein den LC MKW Hausruck sehr wohl fühle. Anderseits liebe ich auch noch das Radfahren, und da im speziellen das Mountainbiken…….und da gibts ja auch tolle Extremrennen, mir fehlt ja eh noch ein Kontinent auf den ich noch will, nach Australien……mal sehen, jetzt erst mal Gesund werden, und dann von Neuem durchstarten, denn wie heißt so schon mein Lebensmotte

SETZE DIR ZIELE, UND DU WIRST SIE ERREICHEN“

Leider hab ich keine Fotos machen können, werde aber alles was ich habe und Ergattern kann auf einen Ordner auf meiner Seite veröffentlichen.

Im diessen Sinne möchte ich mich Entschuldigen, das ich die Erwartungen nicht Erfüllen konnte, ich weiß es wurde heuer nach meinen 2. Platz im vergangenen Jahr in Chile wieder ein Top Ergebnis erwartet, hab ich mir selber auch fast ein wenig auferlegt. Doch leider, wenn der Körper nicht mitspielt hat man keine Chance auf Erfolge.

One Reply to “Wieder aus China zurück / Bericht!!”

  1. Hallo Herbert
    Ich habe diese Woche Andi im Drautal getroffen und da habe ich erfahren das du wieder einen Lauf gemacht hast. Nun habe ich deinen bericht gelesen.
    Ein Wilder Hund warst du schon als du noch zum glanzer kamst.
    Trotzdem Gratulation zu deiner Leistung, für deine Zukunft wünsche das du wieder gesund wirst und kraft für deine ziele hast.
    lg aus Kärnten
    egger bernhard

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